19.01.2017

Erweiterungsbau für die Psychiatrie in Kirchheim eingeweiht

Der Erweiterungsbau der medius KLINIK KIRCHHEIM für die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie ist jetzt eingeweiht worden. Im Februar erfolgt der Umzug der Psychiatrie von Nürtingen nach Kirchheim. 170 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie 130 Patienten werden damit den Standort wechseln.  Zuvor wird am 19.  Februar der Erweiterungsbau der Psychiatrie ihre Türen für die Bevölkerung im Rahmen eines „Tag der Offenen Tür“ öffnen. 

Der Erweiterungsbau weist auf vier Stockwerken eine Nutzfläche von 4.620  Quadratmetern auf. Im Erdgeschoss sind eine Gerontopsychiatrische Tagesklinik, Räume für Ergotherapie und Funktionsräume angesiedelt. In den drei Obergeschossen sind jeweils zwei Stationen mit je elf Patientenzimmern vorgesehen. Insgesamt 206 Betten zählt die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie jetzt. Die Kosten des Erweiterungsbaus belaufen sich auf knapp 18 Millionen Euro. 

Landrat Heinz Eininger, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Kreiskliniken Esslingen, erinnerte an die Vorgeschichte: „Wir stehen heute am Ziel eines Weges, der bereits 2003 begonnen hat. Der Weg war zeitweise steinig und verschlungen, aber er hatte immer ein klares Ziel: Die Kliniken des Landkreises Esslingen medizinisch und wirtschaftlich zukunftssicher aufzustellen.“ 

In Kirchheim habe die Umsetzung der Strukturentscheidungen des Kreistags begonnen. Die Schärfung eines konservativen somatischen Leistungsangebots und eine Psychiatrie in einem somatischen Haus seien wichtige Inhalte des Strukturbeschlusses gewesen. Die Schließung der Geburtshilfe in Kirchheim sowie des Krankenhauses in Plochingen mit 150 Betten – gegen starken Widerstand vieler Bürger – sei hart gewesen, „rückblickend aber unvermeidlich für die Zukunftsfähigkeit des Klinikverbundes“. In den vergangenen Jahren seien eine starke Kardiologie, eine erfolgreiche Neurologie, die als Regionaler Schlaganfallschwerpunkt zertifiziert sei, und eine Rheumatologie mit sehr gutem Ruf aufgebaut worden. Hierfür waren zahlreiche bauliche Veränderungen und Erweiterungen erforderlich. „Diese Entwicklungen belegen, dass wir unser Ziel erreichen, nämlich den Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung zukommen zu lassen“, so Eininger. Es sei geschafft worden, aus eigener Kraft diese hohe Behandlungsqualität auch wirtschaftlich zu sichern. Einingers Fazit: „Eine eindeutigere Bekenntnis zur kommunalen Trägerschaft können wir nicht liefern.“ 

Die medius KLINIK KIRCHHEIM ist mit 435 Betten nun der größte Klinikstandort des Verbundes und mit 900 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in der Stadt. 

Eininger erinnerte an die Aussage des anwesenden Sozialministers Manfred Lucha, der unlängst einen Rückgang der Klinikstandorte im Land prognostiziert hatte. Der Landkreis Esslingen habe seine Hausaufgaben bereits im Vorgriff erledigt. Geplant war ursprünglich, dem Rat eines Gutachtens zufolge die Psychiatrie am Standort Plochingen zu konzentrieren. Nähere Untersuchungen ergaben jedoch, dass eine Bündelung der Klinik für seelische Erkrankungen in Kirchheim große Kostenvorteile hat. Zudem hatten Experten dafür plädiert, dass die Psychiatrie in direkter Nachbarschaft einer somatischen Klinik angesiedelt werden müsse. 

Das Land hat den Bau mit einem Zuschuss in Höhe von 13,8 Millionen Euro gefördert. Dafür bedankte sich Eininger: „Diese hohe Förderquote ist angesichts der Vielzahl von Investitionsmaßnahmen im Land nicht selbstverständlich.“ Diese Förderquote stimme ihn optimistisch für die Zukunft. Er hoffe darauf, dass das Land den medius KLINIKEN ähnlich wohl gesonnen sei bei der anstehenden Sanierung der medius KLINIK OSTFILDERN-RUIT. Hier wird mit einem Investitionsbedarf von über 100 Millionen Euro gerechnet, um unter anderem die Patientenzimmer in den heute üblichen Standard zu versetzen.