Kliniken & Zentren / Kliniken / Klinik für Radiotherapie und OnkologieKlinik für Radiotherapie und Onkologie
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| Chefarzt |
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Dr. med. Matthias Geiger
Sekretariat:
| Sabine Heimsch, Herta Borger, Christine Neumann |
| Tel.: |
0711 / 4488-11650 |
| Fax: |
0711 / 4488-11659 |
| E-Mail |
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| Oberärzte |
Dr. med. Roland Hartmann Dr. med. Henry Simon Dr. med. Peter Laukenmann |
| Med. Physik |
Dipl. Phys. Dr. rer. biol. hum. Hansjörg Borchert Dipl.Phys. Wolfgang Beck Dipl.Phys. Anke Tschirne |
| Sprechstunden |
Mo. - Do.: 07.30 - 12.00 Uhr 13.00 - 16.00 Uhr
Freitag: 07.30 - 14.30 Uhr |
Leistungsspektrum
Historie
Strahlentherapie: Strahlen für das Leben
Technische Entwicklung
Bestrahlung
personelle AusstattungLeistungsspektrum
- individuelle tumorkonforme Bestrahlungsplanung
- perkutane Strahlentherapie (2 baugleiche Linearbeschleuniger)
- endocavitäre Nahabstands-bestrahlung
- Weichstrahltherapie oberflächlicher Tumore
- stationäre Radiochemotherapie supportive und palliative Therapie
- konventionelle Röntgendiagnostik
hochHistorieVor über 100 Jahren, kurz vor Weihnachten 1895, entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen eher zufällig eine "neue Art von Strahlung", die so durchdringungsfähig war, dass man mit ihrer Hilfe durch unbelebte Gegenstände, aber auch durch lebende Organismen, wie z.B. den Menschen, hindurchsehen konnte.
Solche "Durchleuchtungen" am Menschen wurden rasch technisch weiterentwickelt und bilden die Grundlage für die moderne Röntgendiagnostik. Unklare Krankheitszustände können aufgrund der in Jahrzehnten gesammelten ärztlichen Erfahrung mit Hilfe dieser Strahlen oft schnell und sicher geklärt werden.
Weniger bekannt ist, daß diese "ionisierende" elektromagnetische Strahlung schon im Jahr nach ihrer Entdeckung versuchsweise dazu benutzt wurde, bestimmte Krankheitsbilder durch eine Bestrahlung zu heilen oder zu lindern.
Erst im Laufe der weiteren Entwicklung hat sich allerdings herausgestellt, welche enorme Bedeutung diese Strahlen haben, um das Leben von krebskranken Patienten zu erhalten oder quälende Symptome wie z.B. Knochenschmerzen, hervorgerufen durch Absiedlungen bösartiger Geschwulste, zu lindern.
hochStrahlentherapie: Strahlen für das LebenDie Strahlentherapie ist heute eine der wesentlichsten Stützen der Krebsbehandlung. Sie ist neben der Operation das wirksamste heilende Verfahren (bezogen auf die Überlebensrate in Prozent) und kann, als alleinige Methode angewendet, etwa einem Viertel der insgesamt heilbaren Patienten zum Überleben verhelfen. Bei etwa der Hälfte aller krebskranken Patienten sind allerdings auch heute noch nur lindernde Bestrahlungen möglich mit dem Ziel einer Verbesserung der Lebensqualität.
Die häufig anzutreffende Strahlenangst ist medizinisch nicht begründet. Strahlen sind "für das Leben", wenn sie verantwortungsbewußt und zielgenau ärztlich eingesetzt werden.
Der früher gefürchtete Strahlenkater, d.h. das Auftreten von Übelkeit nach der Strahlenbehandlung, ist heute selten geworden, mit ihm muß meist nur bei Bestrahlungen im Oberbauchbereich gerechnet werden. Durch neue Medikamente ist diese Nebenwirkung beherrschbar. Reizungen von Haut und Schleimhäuten kann durch Wahl geeigneter strahlentherapeutischer Techniken vorgebeugt werden. Tief im Körper gelegene Prozesse lassen sich heute ohne erkennbare Hautnebenwirkungen behandeln.
Zusätzlich können Patienten selbst durch ihr Verhalten und die Anwendung bestimmter Medikamente mit dazu beitragen, dass bei medizinisch notwendiger Belastung der Körperoberfläche auftretende Nebenwirkungen wie Hautrötung, Hautbräunung oder selten feuchte Hautreaktionen voll rückbildungsfähig bleiben. Mit "Verbrennungen" im engeren Sinne haben diese Hautreaktionen nichts zu tun.
Die Energieübertragung auf den menschlichen Körper ist nämlich selbst bei einer sechs Wochen dauernden Strahlentherapie so gering, dass sich der Körper nur um einen winzigen Bruchteil eines Grad Celsius erwärmen würde, selbst wenn die Strahlendosis auf einmal und nicht, wie bei vielen Tumoren erforderlich, über sechs Wochen verteilt angewendet würde.
Umso erstaunlicher und für die Krebspatienten segensreich ist der hohe biologische Wirkungsgrad am Tumorgewebe.
Aus biologischen Gründen (zuverlässigere Abtötung von Tumorzellen, geringere Nebenwirkungen an gesunden Geweben) ist es ratsam, die Strahlendosis über einen größeren Zeitraum hinweg aufzuteilen.
Je nach Tumorart ergeben sich dabei Gesamtbehandlungszeiten von mehr als acht Wochen mit Bestrahlungen vier bis fünfmal pro Woche, um optimale Ergebnisse zu erhalten. Im Vorfeld einer Krebstherapie kommt der Abstimmung der einzelnen medizinischen Fachgebiete eine besondere Bedeutung zu, weil oft mehrere Fachdisziplinen (neben der Strahlentherapie operative Fächer und Innere Medizin) in eine optimale Krebsbehandlung eingebunden werden müssen.
Aus diesem Grunde werden regelmäßig wöchentliche Tumorkonferenzen hausintern und hausübergreifend durchgeführt, die sich an den Therapierichtlinien der Tumorzentren in Baden-Württemberg orientieren.
Unter Berücksichtigung psychischer und sozialer Aspekte wird dabei eine individuell auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene Therapieempfehlung erarbeitet.
Dass nach knapp zweijähriger Bauzeit und mehrjährigen Planungsvorarbeiten im Juni 1999 eine der von der Konzeption und apparatetechnischen Ausstattung her fortschrittlichsten strahlentherapeutischen Abteilung in Betrieb genommen werden konnte, erfüllt uns mit Freude und großem Stolz. Die Bürger der Stadt und des Landkreises Esslingen können von nun an zentral und wohnortnah strahlentherapeutische Leistungen von einer auch apparatetechnischen Qualität und Präzision in Anspruch nehmen, die bisher in der Region unbekannt war.
hochTechnische EntwicklungHistorisch haben mehrere Entwicklungen dazu beigetragen, dass die Strahlentherapie heute nebenwirkungsärmer und zielgenauer angewendet werden kann als je zuvor. Zum einen sind es Fortschritte bei der Erzeugung von Strahlen durch die Weiterentwicklung von "normalen" bzw. "konventionellen" Röntgentherapieanlagen über Telekobaltgeräte (hier werden Gammastrahlen aus einem Kobaltisotop verwendet) hin zu den Linearbeschleunigern, die mit ihren sehr durchdringungsfähigen Strahlen genügend tief in den Körper eindringen können, um dort z.B. eine bösartige Geschwulst mit genügender Dosis erreichen zu können, ohne umgebende normale Gewebe zu stark zu belasten. Während in einer "konventionellen" Röntgenröhre Elektronen aus einer Glühkathode herausgedampft werden, die dann durch eine Beschleunigungsspannung angetrieben im Vakuum auf den sogenannten "Anodenteller" treffen und dort die Röntgenstrahlung erzeugen, ist es bei Linearbeschleunigern möglich, den Elektronen, die ebenfalls aus dem Metall einer Glühkathode stammen, durch elektromagnetische Tricks eine sehr viel höhere Energie zu vermitteln und dann sie selbst oder die beim Auftreffen auf ein sogenanntes "Target" freigesetzte, äußerst durchdringungsfähige Röntgenbremsstrahlung zur Strahlenbehandlung zu verwenden.
Zum anderen haben es revolutionäre Fortschritte in der elektronischen Datenverarbeitung erlaubt, die Dosis immer enger um einen Tumor zu legen, individuell angepaßt an die jeweils vorhandene Tumorausdehnung, d.h. eine sogenannte "konformale" Tumorbestrahlung zu ermöglichen. Dabei kann die Tumorregion mit Hilfe eines zungenartigen Blendensystems, eines sogenannten "MLC = MultiLeafCollimator", aus den unterschiedlichsten Raumrichtungen mit jeweils der Tumoranatomie angepaßter veränderter Feldblendeneinstellung äußerst nebenwirkungsarm und zielgenau bestrahlt werden.
Bei gleicher Gesamtdosis können so die Nebenwirkungen vermindert werden oder es besteht umgekehrt die Möglichkeit, höhere Dosen mit unveränderter Nebenwirkungsrate an den Tumor heranzubringen. Zwischenzeitlich liegen bereits internationale Studien vor, die z.B. im Falle des Prostatakrebses, der häufigsten Krebserkrankung des Mannes, eine höhere Tumorkontrollrate bei einem solchen Vorgehen bestätigen.
hochBestrahlungVoraussetzung für eine solch präzise Bestrahlung ist eine Lagerung des Patienten, die an jedem Bestrahlungstag exakt gleich erfolgen muß, um reproduzierbar und täglich die verordnete Strahlendosis an das gewünschte Ziel bringen zu können. Die Bestrahlungsplanung und Simulation erfolgt bei dieser Technik an einem speziell für diese Zwecke ausgerüsteten Computertomographiegerät, um möglichst genau die Anatomie der zu bestrahlenden Regionen erfassen zu können. Die dabei erhaltene Information wird "online" auf einen Bestrahlungsplanungscomputer übertragen, der Bestrahlungspläne errechnet, aus denen ersichtlich ist, welche Strahlendosen an welchem Körperpunkt ankommen, wenn man eine bestimmte Anordnung der Strahlenfelder vorgibt. Um optimale Ergebnisse zu erhalten, ist es gelegentlich erforderlich, über sechs bis acht Felder aus unterschiedlicher Raumrichtung zu bestrahlen. Verwirklicht werden können solche aufwendigen Bestrahlungspläne nur mit EDV-Unterstützung.
Hat man sich für einen bestimmten Bestrahlungsplan als Optimum entschieden, so wird diese Planinformation wiederum "online" auf den Linearbeschleuniger übertragen, wo dann die einzelnen Feldeinstellungen "automatisch" abgerufen werden können.
Neben dieser Bestrahlung von außen durch die Haut hindurch - die sogenannte perkutane Strahlentherapie - verfügt unsere Klinik auch über die Möglichkeit, eine Bestrahlung "vor Ort" durchzuführen, indem eine Strahlenquelle ferngesteuert meist über Körperöffnungen wie Mundhöhle, Speiseröhre, Nasenrachenraum, Bronchien oder Scheide bzw. Gebärmutterhöhle direkt an den Tumor herangebracht werden kann. Dieses Verfahren wird "Nachladeverfahren" oder "Afterloadingtherapie" genannt. Meist ist eine solche Bestrahlung über kurze Strecken nur in Verbindung mit einer perkutanen Strahlenbehandlung sinnvoll.
Ein konventionelles Weichstrahlgerät mit normaler Niedervoltröntgenröhre, das sehr oberflächliche Hautprozesse mit absoluter Schonung der Körpertiefe zu bestrahlen gestattet, ergänzt unser strahlentherapeutisches Rüstzeug.
hochpersonelle AusstattungPersonell kann eine solche hochtechnisierte moderne strahlentherapeutische Abteilung nur durch das harmonische Zusammenwirken hochspezialisierter Berufsgruppen betrieben werden. Neben Ärzten arbeiten Physiker, medizinisch technische Röntgenassistenten/assistentinnen und Krankenschwestern sowie Sekretärinnen in unserer Abteilung. Eine eigene Bettenstation gestattet im Bedarfsfall eine Behandlung unter stationären Bedingungen.
Die Diagnose Krebs bedeutet für den Betroffenen eine elementare Bedrohung seiner Existenz mit entsprechend schwerwiegender Belastung der Psyche. Eine einfühlsame menschliche Betreuung und persönliche Zuwendung zum Patienten muß daher gleichwertig neben der medizinisch-fachlichen Versorgung stehen. Allzuleicht könnte sonst ein Gefühl des Ausgeliefertseins an eine kalte hochtechnisierte Apparatemedizin die persönliche Not des Erkrankten verstärken.
Die Klinik für Radiotherapie und Onkologie, welche am 1. Juli 1992 durch Ausgliederung aus dem bis dahin bestehenden Radiologischen Zentralinstitut unseres Hauses geschaffen wurde, verfügt damit nach baulicher sowie apparatetechnischer Erweiterung über optimale Möglichkeiten der strahlentherapeutischen Tumortherapie. Zentral soll sie in Zukunft den krebskranken Bürgern des Landkreises Esslingen zur Seite stehen mit Strahlen, die zum und beim Leben helfen.
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