Kliniken & Zentren / Kliniken / Klinik für allgemeine Innere Medizin

Klinik für allgemeine Innere Medizin

 zurück zur Übersichtsseite Kliniken

Chefarzt
Prof. dr. med. Bodo Klump Prof. Dr. med. Bodo Klump

Sekretariat:
Ina Bauer
Tel.:  0711 / 4488-11400
Fax:  0711 / 4488-11409
E-Mail   
Oberärzte

Dr. med. Ulrich Abele
Dr. med. Franz Bihr
Dr. med. Thomas Klein

Onkologische Ambulanz
Ltd. Oberarzt Dr. med. Ulrich Abele
Sprechstunden
Mo. - Do.:
08.00 - 12.00 Uhr
13.00 - 16.00 Uhr

Freitag: 08.00 - 13.00 Uhr
Angebote für Patienten
Herzgruppe im TV Nellingen
Ansprechpartner:
Karl-Heinz Kunzelmann
Tel.: 0711 / 4570059

Günter Bischof Tel.:
0711 / 4587454

Oberarzt Dr. Ulrich Abele
Tel.: 0711 / 4488-11400 od. 0711 / 4488-11402

Selbsthilfegruppe nach Schlaganfall, Aphasie
Ansprechpartner:
Otto Hoppe
Tel.: 07158/3675

Oberarzt Dr. Franz Bihr
Tel.: 0711/4488-12403

Sport nach Schlaganfall
Ansprechpartner:
Dr. Heinz-Ulrich Raschke
Tel.: 0711/4488-12440

Oberarzt Dr. Franz Bihr
Tel.: 0711/4488-12403
Allgemeine Informationen
Leistungsspektrum
Schlaganfall

Allgemeine Informationen

In der Klinik für allgemeine Innere Medizin werden internistisch therapierbare Erkrankungen der Gefäße, der Lunge, des Verdauungstraktes (Darm, Bauchspeicheldrüse, Gallenwege) der Leber, der hormonproduzierenden Drüsen, des Bewegungsapparates sowie Stoffwechselstörungen behandelt.

Schwerpunkte sind neben der Betreuung von Schlaganfallpatienten die Therapie von Leiden des Verdauungstraktes und der Leber (Gastroenterologie) sowie in Zusammenarbeit mit der Klinik für Strahlentherapie von Tumorpatienten (Onkologie).

Die Klinik besitzt eine modern ausgestattete Intensivstation, sowie eine neue Spezialstation zur Behandlung von Schlaganfallpatienten (Schlaganfallstation). Am Verdauungstrakt und den Gallenwegen können alle gängigen endoskopischen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen durchgeführt werden, in der onkologischen Ambulanz werden Tumorpatienten außerhalb des stationären Betriebs oder in der Nachbetreuung nach Krankenhausbehandlung therapiert. Chemotherapien können soweit möglich und vom Patienten gewünscht ambulant durchgeführt werden.

hoch

Leistungsspektrum
  • Diagnostische und interventionelle Endoskopie
  • Highend-Ultraschall-Diagnostik einschließlich Farbduplexsonographie
hoch

Schlaganfall

Epidemiologie
Risikofaktoren
Ursachen
Symptome
Therapie
Vorbeugung

1. Epidemiologie:
Nach Tumorleiden und Herzkreislauferkrankungen sind Durchblutungsstörungen des Gehirns statistisch die dritthäufigste Todesursache. Die Anzahl der Schlaganfälle, die einer Krankenhausbehandlung bedürfen, wird in Deutschland auf 250000 pro Jahr geschätzt. Von diesen benötigen ca 175000 im weiteren rehabilitativer Maßnahmen. Die Kosten für das Gesundheitssystem werden mit ca 7,5 Milliarden DM pro Jahr veranschlagt.

Der Schlaganfall ist eine Erkrankungen des Alters. Jenseits des 75 Lebensjahres ist das Risiko, einen Hirnschlag zu erleiden, 100-fach höher als in der Altersspanne zwischen 25 und 35 Jahre. Etwa ab dem 50 Lebensjahr nimmt die Erkrankungswahrscheinlichkeit expotentiell zu. Das kumulative Risiko bis zum 85 Lebensjahr errechnet sich bei den Männern auf 25% und den Frauen auf 20%.

Ein Schlaganfall stellt eine schwerwiegende Erkrankung dar: ca 20% der Betroffenen versterben in den ersten 30 Tagen, 30% bleiben ihr Leben lang pflegebedürftig, 20% bleiben behindert und nur 30% erholen sich vollständig. Als Gefäßerkrankung zeichnet sich der Schlaganfall durch ein hohes Wiederholungsrisiko aus: ca 40% der Männer und 25% der Frauen erleiden innerhalb der nächsten 5 Jahre nochmals einen Hirnschlag. Etwa 30% der Patienten mit einem akuten Schlaganfallereignis hatten schon einmal eines. Des weiteren sind diese Patienten in hohem Maße durch das Auftreten weiterer Gefäßkrankheiten wie Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen der Beine gefährdet.

hoch

2.Risikofaktoren:
Ein Schlaganfall kann zwar prinzipiell jeden treffen, er tritt jedoch gehäuft bei Personen mit Risikofaktoren auf. Durch große Studien konnte belegt werden, daß vor allem hoher Blutdruck, Zuckerkrankheit, Übergewicht, erhöhte Blutfette, bestimmte Herzrhythmusstörungen, Rauchen und Alkoholkonsum in größeren Mengen die Gefahr des Hirnschlages wachsen lassen. Treten mehrere dieser Faktoren gehäuft bei einem Patienten auf (z.B. Übergewicht, Zuckerkrankheit und hoher Blutdruck), so addieren sich die Einzelrisiken, so daß solche Personen besonders gefährdet sind. Besonders schwergewichtig ist der hohe Blutdruck als Gefahrenquelle einzuschätzen. Es besteht eine eindeutige Beziehung zur Höhe der dauerhaft gemessenen Druckwerte. Die Erfassung von Risikofaktoren ist wichtig, da durch deren Beeinflussung (z.B. medikamentöse Senkung eines erhöhten Blutdrucks oder Gewichtsabnahme) die Gefahr eines Schlaganfalls meßbar vermindern werden kann.

hoch

3.Ursachen:
Die Ursache eines Schlaganfalls ist eine akute Durchblutungsstörung des Gehirns, die zum Absterben von Nervenzellen führt. In 85% der Fälle liegt ein Gefäßverschluß, in 15% eine Blutung vor. Die häufigsten Gründe für einen Gefäßverschluß sind arteriosklerotische Gefäßveränderungen sowie Embolien. Während arteriosklerotische Verschlüsse durch Gefäßwandschäden vor Ort ausgelöst sind, werden embolische Verschlüsse durch mit dem Blutstrom fortgeschwemmte Gerinnsel hervorgerufen, die sich in den enger werdenden Gefäßverzweigungen verkeilen. Als Quelle embolischer Gefäßverlegungen kommen sklerotische Wandveränderungen großer Hirngefäße, der Halsschlagadern oder der großen Brustschlagader (Aorta), sowie Gerinnsel im Herzen am häufigsten in Frage. Letztere bilden sich vor allem bei Patienten mit bestimmten Rhythmusstörungen (Vorhofflimmern), Herzinfarkten und Herzklappenveränderungen. In seltenen Fällen kann auch einmal eine Beinvenenthrombose durch eine gekreuzte Embolie Ursache einer Schlaganfalls sein.

hoch

4. Symptome:
Das menschliche Gehirn reagiert äußerst empfindlich auf eine Drosselung der Blutzufuhr. Die Beschwerdesymptomatik ist abhängig vom Ort, der Ausdehnung und der Dauer des Ereignisses. Kommt die Durchblutung in einem Hirnareal komplett zum Stillstand so tritt innerhalb von 10 Sekunden eine Störung der Nervenzellfunktion ein,. innerhalb von 10 Minuten ist mit einem Absterben der Zellen zu rechnen. Oft verhindert glücklicherweise ein vorbestehender Umgehungskreislauf oder eine nur vorübergehende Verlegung der Strombahn die Ausbildung eines vollständigen Infarktes.

Die Symptome eines Schlaganfalls können sehr vielgestaltig sein. Häufig äußert er sich in einer plötzlich auftretenden Kraft- oder Gefühlslosigkeit eines Armes, Beines oder einer Gesichtshälfte. Weitere Beschwerdebilder sind Sehstörungen, Gesichtfeldausfälle, Doppelbilder oder Störungen komplexer Funktionen des Großhirns, wie Sprechen, Verstehen, Lesen, Schreiben, Rechnen, Erkennen, Gedächnis, Orientierung, Antrieb und Aufmerksamkeit. Besonders tückisch sind nur kurzfristig auftretende Symptome, die sich in Minuten oder Stundenfrist wieder komplett zurückbilden (transitorisch ischämische Attacke). Sie werden wegen ihrer Flüchtigkeit und Schmerzlosigkeit (im Gegensatz zur Angina pectoris als Vorbote eines Herzinfarktes) häufig in ihrer Gefährlichkeit unterschätzt. Patienten mit solchen Ereignissen besitzen ein hohes Risiko in absehbarer Zeit einen großen Schlaganfall zu erleiden (Tab. 2), und sollten sich umgehend einer diagnostischen Abklärung unterziehen.

hoch

5. Therapie:
Der Schlaganfall stellt, ähnlich wie der Herzinfarkt, eine akute Notfallsituation dar. Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, daß die umgehende Einweisung in die fachkundige Therapie einer Klinik die Prognose des Krankheitsbildes deutlich verbessert. Leider ist in Deutschland vielfach weder der Bevölkerung noch der Ärzteschaft die Notwendigkeit einer umgehenden Krankenhauseinweisung eines Schlaganfallpatienten bewußt. Auch werden diese in Kliniken häufig nicht im Sinne eines Notfalls einer schnellen Diagnostik, Überwachung und zielgerichteten Therapie unterzogen.

Eine Reihe neuer Studien belegen, daß die Konzentrierung von Patienten mit akuten Schlaganfällen (sofern sie nicht aufgrund eines akut lebensbedrohlichen Zustandes auf eine Intensivstation aufgenommen werden müssen) auf Spezialstationen (Schlaganfallstationen, englisch: „stroke unit") sinnvoll ist und hierdurch die Prognose des Kankheitsbildes bezüglich Todesrate, Grad der Invalidität und Krankenhausverweildauer verbessert werden kann. Aufgabe solcher Stationen ist es, den Patienten umgehend einer Diagnostik und zielgerichteten Therapie sowie Rezidivprophylaxe zuzuführen. Komplikationen sollen durch engmaschige Überwachung erkannt und behandelt werden. Es ist Ziel, durch frühe Rehabilitationsmaßnahmen den neurologischen Schaden zu begrenzen und dem Patienten wieder Selbstvertrauen zugeben. Wesentlicher Vorteil dieses Konzeptes ist es, daß ein eingespieltes und durch permanente Schulungen spezialisiertes Team aus Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sprachtherapeuten und Sozialarbeitern einen hohen Standard der Versorgung gewährleisten kann.

Im Vordergrund der therapeutischen Bemühungen stehen Maßnahmen, die weitere Schädigungen gefährdeter aber noch nicht abgestorbener Hirnabschnitte vor allem im Randzonenbereich des Infarktes verhindern sollen. Hierzu ist eine engmaschige Kontrolle des Kreislaufs und Stoffwechselparameter von grundlegender Bedeutung. Versuche durch Medikamente verschlossene Gefäße wiederzueröffnen (Lysetherapie), zeigen in Studien erste positive Ergebnisse, wenn dies innerhalb der ersten 3 Stunden durchgeführt wird. Für eine breite Anwendung außerhalb von Studien ist jedoch die mit der Gefahr einer Hirnblutung behaftete Behandlung noch nicht geeignet. Ebenso werden derzeit eine Reihe von Medikamenten getestet, die geschädigte aber noch lebensfähige Nervenzellen schützen sollen (Neuroprotektiva), ohne daß ein Präparat sich als im klinischen Alltag sicher wirksam erwiesen hätte.

hoch

6.Vorbeugung:
Das Auftreten eines Schlaganfalls läßt sich durch keine Maßnahme sicher verhindern, die Wahrscheinlichkeit kann jedoch durch Beeinflussung von Risikofaktoren deutlich reduziert werden. Sinnvoll ist somit eine Reduktion des Übergewichts, die möglichst optimale Einstellung einer Zuckerstoffwechselstörung, die Absenkung erhöhter Blutfette, das Einstellen des Rauchens und eine Reduktion des Alkoholkonsums. Besonders wirksam ist die konsequente Behandlung eines erhöhten Blutdrucks: allein das Absenken des unteren (diastolischen ) Druckwertes um im mittel 7,5 mmHg reduziert das Risiko eines Hirnschlags um über 40%! Die genannten Maßnahmen zu denen noch eine Erhöhung der körperlichen Aktivität und eine kalorienbewußte, fettarme, mit Obst und Gemüse angereicherte Ernährung hinzuzufügen sind, reduzieren nicht nur das Schlaganfallrisiko sondern auch die Gefahr eines Herzinfarktes. Besondere Beachtung verdienen vor allem Patienten mit Herzerkrankungen, iB Vorhofflimmern (besondere Form von Herzrhythmusstörungen), da deren Risiko durch Blutverdünnungsmaßnahmen (Marcumartherapie) deutlich reduziert werden kann. Da die Neigung, einen Schlaganfall zu erleiden bis zu einem gewissen Maß vererbt wird, ist es sinnvoll bei Patienten mit Fällen von Hirnschlag in der Familiengeschichte angehbare Risikofaktoren besonders konsequent zu reduzieren. Patienten mit nur kurz andauernden, voll sich zurückbildenden Symptomen („Schägle") sind besonders gefährdet in absehbarer Zeit einen voll ausgebildeten Schlaganfall zu erleiden (siehe oben) und müssen einer raschen Diagnostik und präventiv therapeutischen Maßnahmen zugeführt werden. Die Bedeutung vorbeugender Maßnahmen ist sehr hoch anzusehen. Spekulative Berechnungen haben ergeben, daß sich mindestens die Hälfte der Ereignisse durch konsequente Vorbeugung vermeiden ließen!

Ist ein Schlaganfall eingetreten, so muß, um einem zweiten Ereignis vorzubeugen, eine eventuell nachweisbare Ursache (z.B. Verengung der Halsgefäße) möglichst beseitigt werden. Vorhandene Risikofaktoren sollen unbedingt konsequent behandelt werden. Das seit über 100 Jahren als Kopfschmerzmittel Verwendung findende Aspirin hat sich zur Rezidivprophylaxe des Schlaganfalls in großen Untersuchungen als besonders wirksam erwiesen. Durch seine Eigenschaft, die Klebrigkeit der Blutplättchen zu vermindern, reduziert es das Wiederauftretens eines erneuten Hirnschlags um ca 30%.

hoch

 
Erstellt durch Kuhfeld Internetservice & design delAvellano