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Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin
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| Leitender Arzt |
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Thorsten Lukaschewski
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Sekretariat: Frau Renate Schleich |
| Tel. |
07021 / 88-1800 |
| Fax |
07021 / 88-1810 |
| E-Mail |
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| Oberärzte |
Dr. med. Christina Rebstock
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Tel. |
07021 / 88-1805 |
| Wiltert Blanke-zur Nieden |
Tel. |
07021 / 88-1802 |
| Dr. med. Hans Widmann |
Tel. |
07021 / 88-1803 | |
| Ärzte |
9 Assistenzärztinnen und -ärzte
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Tel. |
07021 / 88-1804 | |
| Sprechstunden |
| Montag - Freitag nach Vereinbarung |
Allgemeines zu unserer Klinik
Allgemein- und Regionalanästhesie
Peridural- (PDA) und Spinalanästhsie
Armplexus-Anästhesie
Aufwachraum
Welche Anästhesie paßt?
Schmerztherapie nach der Operation
Intensivmedizin
Notfallmedizin
Eigenblutspende
Ambulante Operationen und Anästhesie
Allgemeines zu unserer Klinik
Das Wort "Anästhesie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Schmerzunempfindlichkeit". So gehört die Gewähr von Schmerzfreiheit durch Allgemein- und Regionalanästhesie bei Operationen und anderen medizinischen Behandlungen zu den Hauptaufgaben unserer Abteilung. Dies schließt die Behandlung der direkt nach einer Operation oder einem Unfall schmerzleidenden Patienten und auch die Mitbehandlung von Patienten anderer Abteilungen des Hauses mit chronischen Schmerzen ein.
Aber auch die operative Intensivmedizin mit der zugehörigen Intensivstation, die Notfallmedizin mit ärztlicher Tätigkeit im Rettungsdienst und die Eigenblutspende für bestimmte Operationen gehören zum Aufgabenfeld der Kirchheimer Anästhesieabteilung.
- Wir sind zuständig für rund 130 operative Betten der Abteilungen Allgemein- und Unfallchirurgie, Frauenheilkunde und der Belegabteilung Hals-Nase-Ohren-Heilkunde sowie für das neue Zentrum für ambulantes Operieren (ZAO) mit 8 Betten.
- Unsere Abteilung leistet im Jahr ca. 4200 Anästhesien (Allgemein- bzw. Regionalanästhesien, Notfallversorgungen und Patientenüberwachungen in Anästhesiebereitschaft), davon
- ca. 3700 Allgemeinanästhesien ("Vollnarkosen") und - 200 Regionalanästhesien (Gezielte Betäubungen einzelner Körperregionen).
- Außerdem werden rund 300 Eigenblutspenden für geplante Operationen mit erwartetem stärkeren Blutverlust durchgeführt.
- Im Jahr überwachen wir ca. 2000 Patienten nach einer Anästhesie im Aufwachraum mit 7 Plätzen und betreuen ungefähr 700 Patienten auf der 6 Betten umfassenden operativen Intensivstation.
- Die Notärzte der Abteilung leisten täglich bei durchschnittlich 5 oder manchmal 10 und mehr Einsätzen in der Region Kirchheim schnelle medizinische Hilfe.
- Zu unserem Team gehören acht Fachärzte für Anästhesie sowie qualifizierte Krankenschwestern und -pfleger im Anästhesiebereich und auf der Intensivstation, davon ca. zwei Drittel mit zusätzlicher zweijähriger, pflegerischer Fachausbildung in Intensivpflege und Anästhesie.
- Der Leiter der Abteilung ist zur vollen Weiterbildung im Fach Anästhesie ermächtigt.
- Die Räumlichkeiten der Anästhesieabteilung befinden sich im 1991 erstellten Behandlungsbau mit sehr guten räumlichen und technischen Voraussetzungen.
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Allgemein- und Regionalanästhesie
Die für eine Operation notwendige Schmerzausschaltung wird entweder durch eine Allgemeinanästhesie ("Vollnarkose" mit kombinierter Ausschaltung von Bewußtsein und Schmerzempfindung) oder durch verschiedene Formen der Regionalanästhesie erreicht (Gezielte Betäubung einzelner Körperregionen bei erhaltenem Bewußtsein: Periduralanästhesie, Spinalanästhesie oder Armplexus-Anästhesie). Der wesentliche Unterschied zwischen Allgemein- und Regionalanästhesie liegt im Bewußtseinszustand der Patienten.
Bei einer Allgemeinanästhesie führen verschiedene Medikamente zu einem tiefen "Schlaf" (Narkose), zu Schmerzfreiheit und, wenn für die Operation notwendig, Erschlaffung der Muskulatur. Die Narkosemedikamente werden entweder über eine zuvor an Hand oder Unterarm plazierte Infusionskanüle direkt in die venöse Blutbahn gegeben oder mit der Atemluft zugeführt. Das Einschlafen (Narkoseeinleitung) wird heutzutage in fast allen Fällen durch die intravenöse Medikamentengabe herbeigeführt und geht sehr schnell vonstatten (ungefähr eine Minute). Wenn die Patienten nach Operationsende wieder aus der Narkose erwachen, meinen sie oft, eben erst eingeschlafen zu sein, obwohl je nach Operation zehn Minuten oder mehrere Stunden vergangen sein können. In dieser Zeit hat der Narkosearzt die Anästhesie durch wiederholte oder kontinuierliche Medikamentenzufuhr aufrechterhalten und überwacht.
Dagegen bleiben die Patienten bei einer Regionalanästhesie bei Bewußtsein; sie können sehen, hören und sprechen. Die gezielte Ausschaltung des Schmerzempfindens wirkt nur im zu operierenden Bereich des Körpers. Möchte der Patient vom Erleben der Operationssituation abgeschirmt werden, besteht die Möglichkeit, sich durch Musik über Kopfhörer abzulenken oder durch intravenöse Gabe eines Beruhigungsmittels in einen leichten Dämmerschlaf versetzt zu werden, der aber in seiner Tiefe nicht mit einer Narkose zu vergleichen ist. Die Teilbetäubung von Ober- bzw. Unterbauch, Beckenregion und/oder Beinen (Periduralanästhesie und Spinalanästhesie) sowie die Betäubung eines Armes (Armplexus-Anästhesie) führen zur Ausbreitung von Wärme- und "Kribbelgefühl" in der schmerzunempfindlichen Körperregion; betäubte Gliedmaßen werden in der Folge zunehmend schwerer bis bewegungsunfähig. Die Wirkung der Betäubung hält, bis sie nach und nach abgeklungen ist, je nach Dosierung zwei bis drei Stunden an.
Welche Form der Anästhesie angewendet wird, hängt zum einen von der Art der geplanten Operation und zum anderen vom Gesundheitszustand des Patienten ab. Dies wird im Rahmen eines Vorbereitungsgesprächs zwischen Patient und Anästhesist meist am Vortag der Operation geklärt und festgelegt (Prämedikationsvisite). So empfiehlt sich zum Beispiel eine Regionalanästhesie für einen Patienten, der eine schwerwiegende Vorerkrankung der Lungen aufweist.
Dies ist jedoch nur ein Teil unserer Aufgaben im Operationssaal, der andere ist die Gewähr höchstmöglicher Sicherheit der Patienten. Eine Operation ist immer ein sehr großer Einschnitt im Leben eines Menschen. Wir wissen um die Sorgen und Ängste der Patienten und ihrer Angehörigen. Das Gefühl des Ausgeliefertseins oder die Frage nach dem Wiedererwachen aus der Narkose werden sehr ernst genommen. Wir versuchen, im Aufklärungsgespräch mit den Patienten den persönlichen Kontakt herzustellen sowie ihnen ein Gefühl des Vertrauens und der Sicherheit zu vermitteln. Das für die geplante Operation passende und in Abhängigkeit vom Gesundheitszustand des Patienten schonendste Anästhesieverfahren wird ausgewählt und der Ablauf erklärt.
Für jede Anästhesie steht jeweils ein Narkosearzt bereit: Er weicht auch während der Operation dem Patienten nicht von der Seite, kümmert sich um die Fortführung der Anästhesie, die lückenlose Überwachung und eventuelle Korrekturen lebenswichtiger Funktionen. Dazu stehen moderne und zuverlässige Narkose- und Überwachungsgeräte zur Verfügung: Mit ihrer Hilfe überwacht und steuert der Anästhesist kontinuierlich sowohl die Herz-/Kreislauffunktionen mittels EKG (Herzfrequenz und -rhythmus) und automatischen Blutdruckmessungen in Minutenintervallen als auch die (Be-) Atmungsfunktion mit Hilfe von Pulsoxymetrie und Kapnographie (arterielle Blutsauerstoff-Sättigung und Kohlendioxid-Gehalt der Ausatemluft).
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Peridural- (PDA) und Spinalanästhsie
Die Periduralanästhesie (PDA) und die Spinalanästhesie sind rückenmarknahe Regionalanästhesieverfahren: Durch Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels meist im Bereich der Lendenwirbelsäule führen sie durch Anästhesie der vom Rückenmark ausgehenden Nervenfasern zu einer Teilbetäubung von Ober- bzw. Unterbauch, Beckenregion und/oder Beinen. Durch entsprechende Dosierung und Lageveränderung kann der Anästhesist die Höhenausdehnung und die bevorzugte Betäubung einer Körperhälfte beeinflussen.
Die Periduralanästhesie (PDA) hat bei uns hohen Stellenwert zur Schmerztherapie nach Operationen. Dabei wird ein weniger als 1 mm dünner Schlauch (Periduralkatheter [PDK]) über eine Punktionskanüle am Rücken in Höhe der Lendenwirbelsäule eingeführt und bis in den Periduralraum vorgeschoben. Über diesen Katheter wird dann über eine angeschlossene Pumpe kontinuierlich Betäubungsmittel in schmerzlindernder Dosierung zugeführt. Aus dem Periduralraum wird wenig Betäubungsmittel in den Kreislauf aufgenommen; darin liegt ein großer Vorteil gegenüber der Gabe von Schmerzmitteln direkt in die Blutbahn (intravenös).
Ein Periduralkatheter (PDK) leistet sehr gute Dienste bei der Schmerzbehandlung nach operativen Eingriffen wie der Implantation eines künstlichen Kniegelenkes (KTEP) oder größeren Darmoperationen. Hier zählt die Vermeidung der Nebenwirkungen einer intravenösen Schmerzmittelgabe (z.B. Müdigkeit, Übelkeit, Verstopfung) als entscheidender Vorteil. Desweiteren trägt er nach Darmoperationen zur Stimulation der verminderten Darmtätigkeit bei.
Die Spinalanästhesie ist eng mit der Periduralanästhesie verwandt (Teilbetäubung von Ober- bzw. Unterbauch und/oder Beckenregion und/oder Beinen); sie teilen die gleiche Punktionsstelle am Rücken, es wird dasselbe Betäubungsmittel verwendet. Im Unterschied zur PDA wird die Spinalanästhesie eingesetzt, wenn eine zur Operation ausreichende Betäubung innerhalb weniger Minuten erforderlich ist.
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Armplexus-Anästhesie
Auch die Armplexus-Anästhesie zählt zu den Regionalanästhesieverfahren. Für Operationen an Hand und/oder Unterarm bis zum Ellenbogengelenk wird entweder in der Achselhöhle oder im Bereich des Schlüsselbeins örtliches Betäubungsmittel in die Nähe des Arm-Nervengeflechtes injiziert (Axilläre Plexusanästhesie und Vertikal infraklavikuläre Plexusanästhesie [VIP]). Dazu wird vom Anästhesisten meist ein elektrischer Nervenstimulator benützt, der durch Aussenden feiner elektrischer Impulse ein gezieltes Aufsuchen des Nervengeflechtes gestattet, ohne es zu verletzen.
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Aufwachraum
Auch nach der Operation können unsere Patienten sicher sein, im Aufwachraum ständig von erfahrenen Schwestern und Pflegern betreut und überwacht zu werden, solange sie das Bewußtsein noch nicht wieder vollständig erlangt haben oder das Gefühl erst langsam in die betäubte Körperregion zurückkehrt.
Der Aufwachraum bietet Platz für acht Patienten. Auch hier ist jederzeit ein Narkosearzt verfügbar. Zusätzlich stehen für jeden Patienten die gleichen technischen Überwachungsgeräte wie im Operationssaal zur Verfügung, so daß eventuelle Probleme sofort erkannt und behandelt werden können.
Schwestern und Pfleger achten gewissenhaft auf langsam auftretende Wundschmerzen bei nachlassender Anästhesie, eventuell vorhandenes Unwohlsein oder andere Probleme und können so prophylaktisch bzw. ohne Verzug durch Gabe von gut wirksamen Schmerzmitteln und Medikamenten gegen Übelkeit reagieren.
Insbesondere die Schmerztherapie nach der Operation ist uns ein besonderes Anliegen: Wundschmerzen gehören nicht "einfach dazu" und müssen nicht geduldig ertragen werden. Eine gute Schmerztherapie (Analgesie) fördert den Heilungsprozeß und unterstützt das körpereigene Immunsystem. Deshalb sollen die Patienten auch nach bereits erfolgter Schmerzmittelgabe eventuell noch bestehende Schmerzen angeben, so daß ausreichend nachdosiert werden kann.
Nach einer Dauer von 1 bis 1½ Stunden sind die Anästhesiewirkungen bei den meisten unserer Patienten so weit abgeklungen, daß sie wieder in ihr Zimmer zurückgebracht werden können.
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Welche anästhesie für die geplante Operation - Beispiele
Allgemeinanästhesie ("Vollnarkose" mit kombinierter Ausschaltung von Bewußtsein und Schmerzempfindung) für:
- (Teil-) Entfernung der Schilddrüse ("Kropfoperation", Strumaresektion)
- Entfernung der Gallenblase (Cholecystektomie)
- Gynäkologische Sterilisations-Operation (amb.) oder andere gynäkologische Bauchspiegelung (Laparoskopie)
- Hals-Nase-Ohren-Operationen: z.B. Korrektur der Nasenscheidewand (Septumoperation), Nasennebenhöhlen-Operation, Mittelohr-Operation; bei Kindern die Entfernung der Rachenmandel (Adenotomie) (amb.) oder der Gaumenmandeln (Tonsillektomie)
Ambulant durchführbare Operationen sind mit "(amb.)" gekennzeichnet - weitere ambulante Operationen, nähere Informationen zum neuen Zentrum für ambulantes Operieren (ZAO) sowie alles Wissenswerte über Voraussetzungen und Durchführung einer ambulanten Anästhesie siehe dort bzw. über die entsprechenden, obenstehenden Links.
Allgemeinanästhesie oder Regionalanästhesie (Gezielte Betäubung einzelner Körperregionen bei erhaltenem Bewußtsein: Periduralanästhesie, Spinalanästhesie oder Armplexus-Anästhesie ) für:
- Implantation eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenkes (HTEP- bzw. KTEP-Implantation)
- Kniespiegelung (Knie-Arthroskopie) (amb.)
- Material-Entfernung nach operativ behandelten Knochenbrüchen (amb.)
- Leistenbruchoperation
- Entfernung von Bein-Krampfadern (Varizen-Exhairese) (amb.)
- Spaltung des Carpaltunnels am Handgelenk (amb.)
- Entfernung der Vorhaut bzw. bei Jungen sogenannte "Beschneidung" (Zircumzision) (amb.)
- Blasenspiegelung (Zystoskopie) und Harnleiterschienung (amb.)
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Schmerztherapie nach der Operation
Die Schmerztherapie (Analgesie) rund um eine Operation ist unserer Abteilung ein besonderes Anliegen. Verschiedenste Medikamente und Methoden werden eingesetzt, um möglichst allen Patienten weitestgehende Schmerzfreiheit zu gewährleisten. Hierbei geht es neben der Absicht, Schmerzen zu lindern, nicht zuletzt darum:
- Eine möglichst frühzeitige, schmerzfreie Mobilisation, Physiotherapie ("Krankengymnastik") und Atemtraining zu gewährleisten, um so Komplikationen wie Lungenentzündung oder Wundliegen vermeiden zu helfen.
- Die schmerzbedingte Beeinträchtigung des Immunsystems zu verringern, um so den Heilungsprozeß zu fördern bzw. Infektionen zu verhindern.
Dies bemühen wir uns zu erreichen, indem
- meist zwei verschiedene Schmerzmittel mit unterschiedlichen Wirkmechanismen kombiniert werden. Die sich verstärkenden Wirkungen ermöglichen geringere Dosierungen als bei Gabe eines einzelnen Medikamentes. So lassen sich Nebenwirkungen vermindern.
- Schmerzmittel in regelmäßigen Abständen oder kontinuierlich gegeben werden, um mittels eines konstanten Wirkspiegels im Körper Schmerzspitzen zu vermeiden. So läßt sich ebenfalls die notwendige Gesamtmenge verringern.
- bei bestimmten Operationen bereits direkt vor Beginn ein Periduralkatheter (PDK) (Periduralanästhesie [PDA]) gelegt wird, der nach der Operation eine sehr gute kontinuierliche Schmerzbehandlung ermöglicht.
- vom Patienten aktiv nach eigenem Bedarf steuerbare, elektronisch überwachte Schmerzmittelpumpen (Patienten-Kontrollierte Analgesie [PCA]) eingesetzt werden. Auf den einzelnen Patienten abgestimmte, einprogrammierte Obergrenzen verhindern eine unbeabsichtigte Überdosierung des Schmerzmittels.
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Intensivmedizin
Der zweitgrößte Aufgabenbereich der Abteilung ist die operative Intensivstation. Dort werden Patienten nach großen Operationen bzw. nach schweren Unfällen mit Störung oder Bedrohung der lebenswichtigen Funktionen Bewußtsein, Atmung, Kreislauf und Nierenfunktion überwacht und behandelt.
Patienten, bei denen eine Schilddrüsen- bzw. eine Hüft- oder Kniegelenkersatz-Operation durchgeführt worden ist, werden bis zum nächsten Morgen auf unsere Intensivstation aufgenommen: Hier erfolgen die engmaschige Kontrolle der Kreislauf- und Blutwerte, Infusions- und Schmerztherapie bzw. die bedarfsabhängige Übertragung der gespendeten Eigenblutkonserven. Nach großen Magen- oder Darmoperationen bleiben die betroffenen Patienten während der Dauer der künstlichen Ernährung für einige Tage auf der operativen Intensivstation, bis sich die Magen-/Darmfunktion wieder normalisiert. Diese künstliche (parenterale) Ernährung erfolgt über einen meist schon während der Operation in eine Hals- oder die Schlüsselbeinvene eingeführten, ca. 1 mm dicken Zentralen Venenkatheter (ZVK), über den Kohlenhydrat- und Aminosäurelösungen, Fettemulsionen sowie Vitamine und Spurenelemente direkt in die Blutbahn infundiert werden können. Ab Anfang 2006 ist auch die Nierenersatztherapie bei akutem Nierenversagen möglich (Hämofiltration/Hämodialyse).
Auch in der Intensivmedizin wird auf bedarfsgerechte Schmerztherapie (Analgesie) größten Wert gelegt. Zur wiederholten Schmerzmittelgabe zu bestimmten Uhrzeiten, kommt hier deren kontinuierliche Zufuhr: entweder über einen noch vor Operationsbeginn gelegten Periduralkatheter (PDK) (Periduralanästhesie [PDA]) oder durch eine vom Patienten nach eigenem Bedarf aktiv steuerbare, elektronisch überwachte Schmerzmittelpumpe (Patienten-Kontrollierte Analgesie [PCA]).
Auf der operativen Intensivstation führen Ärzte, Schwestern und Pfleger der Anästhesieabteilung zweimal täglich eine Visite durch. Auch der jeweilige Operateur kontrolliert regelmäßig den Gesundheitszustand seines Patienten nach der Operation. Mit der direkt benachbarten internistischen Intensivstation verbinden uns kollegialer Austausch und Zusammenarbeit für unsere Patienten; auf pflegerischer Ebene bilden beide Stationen seit 2004 eine Einheit.
Um die manchmal lebensbedrohlichen Krisen schwer erkrankter Patienten zu meistern, steht uns eine große Palette der modernen Medizintechnik zur Verfügung, die aber individuell und human eingesetzt wird. Im Vordergrund steht immer der einzelne Mensch mit seinen Nöten und Wünschen. Der personelle, pflegerische und technische Aufwand ist sehr groß. Die Genugtuung für unsere Bemühungen sind die sich auf dem Wege der Besserung befindenden Patienten. Aber auch in hoffnungslosen Situationen ist unser großes Anliegen der Erhalt der menschlichen Würde der Patienten und der Trost für die Angehörigen.
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Notfallmedizin
In enger Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK Rettungsdienst gGmbH Nürtingen-Kirchheim/Teck), dessen Notarzteinsatzfahrzeug an unserem Krankenhaus stationiert ist, sorgen im Raum Kirchheim die Notärzte der Anästhesie- und der Internistischen Abteilung für schnellste medizinische Hilfe bei schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Erkrankungen wie zum Beispiel Herzinfarkt, Schlaganfall, Asthmaanfall, Krampfanfall, Vergiftung und schweren Verletzungen durch Unfälle aller Art. Die Notärzte der beiden Abteilungen verfügen mit durchschnittlich mehr als 150 Einsätzen pro Jahr und Arzt über die notwendige Erfahrung und sind im Besitz der Zusatzbezeichnung "Notfallmedizin". Der über die Rettungsleitstelle in Esslingen (Telefon 19222 rund um die Uhr) alarmierte Notarzt führt in Zusammenarbeit mit den Rettungsassistenten des DRK vor allem bei Bewußtlosigkeit, Atemnot, Kreislaufkollaps und starken Schmerzen zur Verbesserung oder Stabilisierung der Akutsituation eine schnelle Behandlung durch (Medikamentengabe, Infusion, Beatmung, Herz-Lungen-Wiederbelebung) und leistet die Erstversorgung von Verletzungen. Wenn nötig, begleitet er den Notfallpatienten im Rettungswagen auf dem Weg in die nächste und am besten geeignete Klinik.
Gemeinsam mit den Kollegen von Chirurgie und Innerer Medizin stehen Anästhesisten und Anästhesiepflegekräfte bei Bedarf im "Schockraum" der Chirurgischen Ambulanz bereit, um schwerverletzte Patienten von Notarzt und Rettungsdienst zu übernehmen und die weitere Diagnostik bzw. Therapie durchzuführen. Hier werden die notwendigen Medikamente und Infusionen sowie die technische Ausrüstung zur Durchführung einer Schmerz- oder Schockbehandlung bzw. einer Notfallanästhesie sowohl in stationärer als auch in mobiler Form vorgehalten (Narkose-, Beatmungs- und Überwachungsgeräte wie im Operationssaal).
Auch für Notfälle innerhalb des Krankenhauses steht rund um die Uhr ein Team aus Internist, Anästhesist und zwei Schwestern oder Pflegern der beiden Intensivstationen zur Verfügung. Sie werden im Ernstfall gemeinsam durch einen Notruf auf die Schnurlostelefone der Teammitglieder alarmiert. In jedem Stockwerk steht ihnen an zentraler Stelle ein Gerätewagen zur Verfügung, der die medizinsche Ausrüstung für die Notfallbehandlung inklusive der Herz-Lungen-Wiederbelebung enthält (Medikamente, Infusionen, Beatmung, Defibrillator).
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Eigenblutspende
Vor allem bei den mit nicht immer unerheblichem Blutverlust verbundenen Knie- und Hüftgelenkersatz-Operationen bieten wir für geeignete Patienten eine ein- bis zweimalige Eigenblutspende an: Beim Erst-untersuchungstermin donnerstags ungefähr vier Wochen vor der geplanten Operation erfolgen alle notwendigen Untersuchungen (Blut-entnahme zur Laboruntersuchung, EKG und Röntgen); dann legen wir zusammen mit dem Patienten im Rahmen des üblichen Aufklärungs-gesprächs fest, ob eine Eigenblut-spende in Betracht kommt und erklären das Vorgehen. Außerdem wird das in Frage kommende Anästhesieverfahren bestimmt und besprochen (Allgemein- oder Regionalanästhesie). Nun folgen jeweils mittwochs zwei Blutspenden ca. drei und zwei Wochen vor dem Operationstermin. Hierbei werden dem Patienten unter ständiger Kreislaufkontrolle und ärztlicher Überwachung jeweils 450 ml Blut entnommen und bis zur Operation unter geeigneten Bedingungen gelagert. Zeigen Kreislaufverhältnisse und Laborwerte während bzw. kurz nach der Operation oder auch in den folgenden Tagen die Notwendigkeit einer Blutübertragung (Transfusion) an, bekommt der Patient eine oder beide Konserven zugeführt.
Zusätzlich wird das bei der Operation verlorene Blut aufgefangen und kann dem Patienten bei Bedarf nach spezieller maschineller Aufbereitung durch Anästhesiepflegepersonal ebenfalls zurückgegeben werden (Maschinelle Autotransfusion, MAT).
Alle beschriebenen Maßnahmen zielen darauf hin, die zusätzliche Gabe von fremden Blutkonserven an den Patienten zu minimieren bzw. möglichst zu vermeiden: nur bei weniger als 4 % unserer Patienten mit Knie- und Hüftgelenkersatz-Operationen und zwei gespendeten Eigenblutkonserven ist dies noch der Fall.
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Ambulante Operationen und Anästhesie
Seit Januar 2004 werden in der Klinik Kirchheim im Zentrum für ambulantes Operieren (ZAO) durchgeführt. Dafür wurden verschiedenste räumliche und personelle Veränderungen vorgenommen, um bei bestimmten Operationen den Patienten einen möglichst reibungslosen Ablauf und die Rückkehr in ihre häusliche Umgebung noch am Operationstag zu ermöglichen.
Das neue Zentrum für ambulantes Operieren unter der Leitung von Anästhesieoberarzt Thorsten Lukaschewski verfügt über 8 Betten in Zweibettzimmern. Außerdem steht ein warm und freundlich eingerichteter Aufenthaltsraum für Patienten oder auch Angehörige zur Verfügung. Vier erfahrene Krankenschwestern aus den Bereichen Chirurgie, Gynäkologie und Hals-Nase-Ohren-Heilkunde betreuen die Patienten vor und nach der Operation. Auch hier steht moderne Überwachungstechnik mit den gleichen Möglichkeiten wie im Aufwachraum zur Verfügung.
Patienten, bei denen eine ambulante Operation durchgeführt werden soll, werden vom Haus- oder Facharzt an die chirurgische oder gynäkologische Ambulanz bzw. das ambulante Operationszentrum des Krankenhauses überwiesen. Dort werden bei einem Besuch eventuell ergänzende Voruntersuchungen und das Anästhesie-Vorbereitungsgespräch mit Festlegen des Anästhesieverfahrens durchgeführt sowie der Operationstermin vergeben. Durchgeführt werden die ambulanten Operationen von denselben Operateuren, die auch für die stationären Patienten des Hauses zuständig sind. Sie gehören der Chirurgischen Abteilung der Klinik Kirchheim bzw. der gemeinsamen Gynäkologieabteilung Nürtingen-Kirchheim an; außerdem operieren die HNO-Ärzte Dr. Seegers und Dr. Majocco. Urologische Operationen werden durch Dr. Rudolph und Dr. Wörner ausgeführt, die wie auch Dr. Seegers mit ihrer Praxis in Räumlichkeiten der Klinik Kirchheim angesiedelt sind.
Aus Sicht des Anästhesisten ist wichtig, daß für ambulante Operationen bzw. Anästhesien nur Patienten ohne oder mit nur leichten zusätzlichen Vorerkrankungen in Frage kommen; das Alter spielt nur eine untergeordnete Rolle. Zum Zeitpunkt der Entlassung am Nachmittag sollte der Patient selbständig gehfähig, weitestgehend schwindel- und schmerzfrei sowie ohne stärkere Übelkeit sein. Für den Transport nach Hause und die weitere häusliche Betreuung durch Angehörige sollte gesorgt sein. Ambulant operierten Patienten wird unter anderem empfohlen, 24 bis 48 Stunden nach einer Anästhesie nicht selbständig Auto zu fahren und keine Entscheidungen großer Tragweite (z.B. Vertragsunterschriften u.ä.) zu treffen.
Ambulant operierte Patienten können ohne Schwierigkeiten oder Zeitverzögerung stationär weiterbehandelt werden,
- falls sich ein Eingriff trotz gewissenhafter Vorbereitung unvorhergesehenerweise komplizierter erweist als erwartet oder verlängert und engmaschige Überwachung notwendig wird;
- falls zum eigentlichen Entlassungszeitpunkt trotz Schmerztherapie noch unverhältnismäßige Wundschmerzen vorhanden sind bzw. stärkere Übelkeit oder Schwindel bestehen.
Ist dies einmal der Fall, steht das Krankenhaus mit seiner kompletten Infrastruktur zur Verfügung. Der Patient kann dann sicher sein, die erste Nacht nach der Operation in sicherer Umgebung und ärztlicher sowie pflegerischer Betreuung zu verbringen. Treten bei einem bereits nach Hause entlassenen Patienten Probleme auf, so besteht rund um die Uhr die Möglichkeit, über die Telefonnummer des Zentrums für ambulantes Operieren (07021/88-1232) einen ärztlichen Ansprechpartner zu erreichen.
In der Klinik Kirchheim ambulant durchführbare Operationen (Beispiele): Allgemeinanästhesie "(AA)", Regionalanästhesie "(RA)" oder Lokalananästhesie "(LA)"
Allgemein- und Unfallchirurgie:
- Entfernung von Bein-Krampfadern (Varizen-Exhairese) (AA) oder (RA)
- Spaltung des Carpaltunnels am Handgelenk (AA) oder (RA)
- Entfernung eines Überbeins (Ganglion-Extirpation) (AA) oder (RA)
- Diagnostische Gelenkspiegelung des Knies (Knie-Arthroskopie) (AA) oder (RA)
- Stellungskorrektur einer Hammerzehe (AA) oder (RA)
- Einrichten gebrochener Fingerendglied- oder Zehenknochen (AA) oder (RA)
- Kleinere Material-Entfernung nach operativ behandelten Knochenbrüchen (AA) oder (RA)
Gynäkologie:
- Sterilisations-Operation in Bauchspiegelungs-Technik (Laparoskopie) (AA)
- Ausschabung (Abrasio) oder/und Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) (AA) oder (RA)
- Muttermund-Konisation (AA) oder (RA)
Hals-Nase-Ohren-Heilkunde:
- HNO-ärztliche Stimmbandinspektion in Allgemeinanästhesie (Mikrolaryngoskopie) (AA)
- Bei Kindern die Entfernung der Rachenmandel (Adenotomie) (AA)
Urologie:
- Entfernung der Vorhaut bzw. bei Jungen sogenannte "Beschneidung" (Zircumzision) (AA) oder (RA)
- Blasenspiegelung (Zystoskopie) und Harnleiterschienung (AA) oder (RA)
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